Das Patenförsterprojekt Schule im Wald®

       


„Eigentlich brauchen wir die Schule gar nicht, wir können doch alles im Wald lernen.“
Schülerin einer 3. Klasse (JüL) der Theodor-Storm-Grundschule.



Schule im Wald® bietet Vor- und Grundschulkindern kontinuierlich ein Jahr lang jeden Monat für mehrere Stunden die Möglichkeit, sich den Wald als Lern-, Spiel- und Rückzugsraum zu erobern.

Das Projekt in Trägerschaft der Schreberjugend Berlin wird aktuell mit 26 Gruppen aus  Berliner Grundschulen und Kindertagesstätten durchgeführt. Kooperationspartner sind  die Berliner Forsten mit den Patenförstereien in Grünau und Blankenfelde. Gefördert wird das Projekt bislang durch Quartiersmanagements in den Stadtteilen Neukölln und Wedding sowie durch Mittel aus dem Bonusprogramm. Das pädagogische Team besteht aus erfahrenen und qualifizierten Natur-, Umwelt- und/oder Wildnispädagog*innen.

Die Nominierung von Schule im Wald® für den Waldpädagogikpreis 2014 unterstreicht deutlich den Erfolg des Projekts. In der Berliner waldpädagogischen Projektlandschaft ist das Patenförsterprojekt bislang einzigartig. Das Geheimnis des außerordentlichen Erfolgs liegt vor allem in der Kontinuität, mit der die Schulklassen und Kitagruppen teilnehmen. Nur so ist es möglich, sich umfassend und ganzheitlich mit dem Lebensraum Wald zu beschäftigen.  Wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte des Waldes werden gleichermaßen behandelt und sind in der Zielsetzung des Projekts konzeptionell verankert. Es ist daher auch ein Projekt im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Die Arbeit mit Kitas und Schulen ermöglicht einen positiven Beitrag zur Gestaltung von Übergängen von Kita zur Schule. Das bekannte Umfeld Wald und das „sich schon auskennen“ wirkt sich positiv auf das Selbstbewusstsein der Kinder im neuen Klassenverband aus, besonders ist dies im JüL-Bereich (Jahrgangsübergreifendes Lernen Klasse 1 bis 3) zu beobachten.





Ziele und Umsetzung


Mit diesem Projekt wollen wir:
- Kinder in der Natur lauschen, fühlen, schmecken, schauen, riechen, spielen, entdecken und forschen lassen,
- allen Beteiligten (Kindern und Lehrpersonen) die Möglichkeit zum Aufbau einer tiefen Naturverbindung bieten als Grundlage für nachhaltiges Handeln,
- die Entfaltung individueller und sozialer Kompetenzen fördern,
- Räume für persönliche und gruppenbezogene Naturerfahrungen eröffnen,
- wirtschaftliches und ökologisches Wald-Natur-Wissen vermitteln.

Am Anfang dachte ich der Wald sind nur Bäume und so, und jetzt hab‘ ich das Gefühl, der Wald ist mein Freund geworden. Der ist irgendwie soso viel.
Schülerin einer 5. Klasse der Andersen-Grundschule

Das Team arbeitet mit Methoden der Wald-, Natur-, Wildnis- und Erlebnispädagogik. In sinnlichen, forschenden, kreativen Aktionen und Spielen erschließen sich die Kinder altersgerecht und mit ganzheitlichem Ansatz den Lebensraum Wald im Jahresrhythmus. Themen sind u.a.: Baumarten, Tiere des Waldes, Beziehungen der Waldlebewesen untereinander, Stoffkreisläufe, Nützlinge und Schädlinge, Boden, Leben und Überleben, Werden und Vergehen, Wetter, Orientierung, Naturschutz, Beziehung Mensch und Natur, Wald in unserer Kultur, Kräuter, Märchen, Aufgaben der Förster*in, Holzernte, Waldpflege, Jagd, Wald global. Bei allen Waldtagen werden Werte wie Verantwortung, Mitgefühl, Toleranz, Vertrauen und Respekt untereinander und gegenüber anderen Lebewesen gezielt vermittelt.

Besondere Höhepunkte bilden die mit der Grünauer und der Blankenfelder Revierförsterei gemeinsam durchgeführten Patenförstertage. Sie sind ein wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes und beinhalten gemeinschaftliche waldpflegerische Tätigkeiten. Die Kinder bekommen einen praxisnahen Einblick in das Berufsbild des Forstwirtes und lernen den Wald als Wirtschaftsfaktor kennen.





Unsere Motivation


Berlin ist eine Großstadt mit viel Wald (1/5 der Landesfläche). Ein hoher Anteil der teilnehmenden Kinder verlässt den Heimatkiez jedoch selten, sie haben noch nie oder sehr selten einen Wald besucht. Genau aus diesem Grund bietet der Wald für sie wertvolle Potenziale: Er ist ein neutraler und eindrucksvoller Ort. Die hier gemachten Gruppen-, Lern- und Naturerfahrungen prägen sich stark ein.  Die Kinder können in einer „offenen“ und „natürlichen“ Umgebung ungezwungen sowohl soziale als auch fachliche Kompetenzen erwerben und wichtige Erfahrungen sammeln.

Der Wald bietet die seltene Möglichkeit zu freiem Spielen und Lernen in gesunder, ursprünglicher und inspirierender Umgebung. In dieser Qualität ist der Wald einzigartig!
 


Idee und Vision

Die Idee für das Projekt hatte die Diplomsozial- und Naturpädagogin Kerstin Kühn. Mit zielgerichteter Eigeninitiative leitete sie 2008 diese bis heute einzigartige Kooperation zwischen den Berliner Forsten, einigen Bildungseinrichtungen und den Förderern in die Wege. Aufgrund der positiven Resonanz wächst die Anzahl der beteiligten Grundschulen und Kitas seither stetig.

Unsere Vision ist es allen Berliner Kindern regelmäßige Waldtage im Laufe ihrer Kita- und Schulzeit zu ermöglichen (Waldtage als Regelangebot an allen Berliner Grundschulen und Kitas). Das wünschen sich auch alle unsere Waldkinder, die bislang am Projekt beteiligten Lehrer*innen und Erzieher*innen, viele Eltern sowie die Berliner Forsten – Abteilung Waldpädagogik.

„Ich wünschte wir könnten immer weiter mit euch in den Wald gehen.“
Schüler einer 4. Klasse der Rixdorfer Grundschule

„Oh man, müssen wir schon gehen, können wir nicht 100 Jahre hier bleiben?“
Schüler einer 2. Klasse (JüL) der Karl-Weise Schule

„Wir freuen uns über jedes neue Jahr, an dem wir am Projekt teilnehmen können mit unseren Kindern.“
Elke Meyer (stellv. Kitaleiterin), Kita Reuterstraße

„Für die Arbeit in der Schule ist das Projekt von unschätzbarem Wert. Begierig warten unsere Klassen darauf „Waldklassen“ zu werden und mittlerweile fragen schon die Eltern danach. Ein Erfolg auf der ganzen Linie.“

Angelika Tiedemann (Lehrerin), Rixdorfer Grundschule

Schule im Wald® in einzelnen Kiezen

Reuter Kiez
Alles begann im Reuter Kiez: 2008 startete das Patenförsterprojekt Schule im Wald® mit 6 Neuköllner Grundschulklassen im Forstrevier Grünau. Bis 2012 wurde das Projekt aus Mitteln der Europäischen Union sowie aus Landes- und Bundesmitteln über den Quartierfonds 3 des Reuterkiezes gefördert. Aufgrund des großen Erfolgs und der gestiegenen Nachfrage ging das Projekt weiterentwickelt und unter neuer Trägerschaft der Schreberjugend Berlin in eine weitere dreijährige Förderperiode.

Im Reuterkiez bereicherte 2013 und 2014 ein weiterer Kooperationspartner das Projekt: Das Klingende Museum Berlin. Mitten im Wald erprobten die Kinder Musikinstrumente, lernten Jagdhörner kennen, imitierten Tierstimmen mit Instrumenten, erzeugten mit Naturmaterialien Klänge und erfuhren Akustik im Freien.

Bis Ende 2015 nehmen im Reuterkiez jährlich acht Grundschulklassen aus der Elbe Grundschule, der Rixdorfer Grundschule und der Theodor-Storm-Grundschule sowie zwei Vorschulgruppen der Kita Reuterstraße am Projekt teil. Pro Klasse sind 2014 insgesamt sieben bzw. acht Waldtage, pro Kitagruppe vier Waldtage sowie je ein Patenförstertag, ein Waldmusiktag und ein Waldfamilientag durchgeführt worden. Insgesamt wurden 2014 im Reuterkiez über 200 Schüler*innen der Klassenstufen 1 bis 3 und etwa 30 Vorschulkinder erreicht sowie deren Lehrer*innen, Erzieher*innen und Eltern am Projekt beteiligt.

Schiller Kiez
Im August 2013 kamen die Karl-Weise-Grundschule mit vier JüL-Klassen, die Kita Salam-Frieden mit einer Gruppe sowie die Kita Lernen und Lachen mit zwei Gruppen im Schillerkiez zum Projekt dazu, gefördert für drei Jahre vom Quartiersmanagement Schillerpromenade. Pro Klasse wurden 2014 insgesamt acht Waldtage, pro Kita-Gruppe sechs Waldtage und je ein Patenförstertag durchgeführt.

Aufgrund der sehr positiven Resonanz und merklichen Erfolge entschied die Schulleitung der Karl-Weise-Grundschule das Projekt ab August 2014 auf drei weitere JüL-Klassen auszuweiten. Finanziert wird deren Teilnahme mit Mitteln aus dem Bonusprogramm.

Insgesamt wurden 2014 etwa 140 Schüler*innen der Klassenstufen 1 – 3 und etwa 45 Vorschulkinder erreicht sowie deren Lehrer*innen, Erzieher*innen und Eltern am Projekt beteiligt.

Soldiner Kiez
Das Quartiersmanagement Soldiner Straße fördert das Projekt im Wedding in Kooperation mit der Revierförsterei Blankenfelde für die Wilhelm-Hauff-Grundschule und die Andersen Grundschule mit jeweils drei Klassen. Pro Klasse sind 2014 insgesamt sieben Waldtage und zwei Patenförstertage durchgeführt worden.

Insgesamt wurden 2014 etwa 150 Schüler*innen erreicht sowie deren Lehrer*innen, Erzieher*innen und Eltern am Projekt beteiligt.

Kontakt

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Telefon: 030-300 99 152 o. 153







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